Sonntag, 17. Dezember 2017

17.12.2017

Das Wunder von Sylt

-Teilstück aus Kapitel 9-

Gespräche

Das mit dem Nikolaus hatte ich inzwischen kapiert. Auch, wenn Ben es natürlich nicht zugab, war er es gewesen, der den Stiefel für mich bereitgestellt und mir damit eine Freude gemacht hatte.
Doch etwas anderes hatte ich noch längst nicht abgehakt. Das Thema mit Heiligabend und den erfüllten Wünschen war es.
Die letzten beiden Tage hatte ich es fast durchgehend in meinem Kopf, und ich war froh darüber, dass wir heute endlich wieder in das Tierheim fuhren. Nicht nur, dass Milo mir schrecklich fehlte, ich wollte auch dringend mit ihm sprechen. Immerhin war er älter als ich und hatte schon viel in seinem Leben erlebt. Ja, mein schwarzer Freund war genau die richtige Person zum Reden.

Nun komm schon, Ben. Wo bleibst du? Ungeduldig stand ich auf dem eingeschneiten Rasenstück vor dem Tierheim und wartete auf meinen Menschen.
Ach nö! Was zum Henker willst du jetzt noch am Kofferraum? Da ist doch nichts Wichtiges drin. Nein, es konnte nichts im Kofferraum sein, da Ben vorhin nichts hineingepackt hatte. Ungeduldig lief ich zu meinem Herrchen. Ich wollte ihn dazu animieren, sich zu beeilen. Immerhin brannte mir ein wichtiges Thema auf meinen Lippen, das ich dringend mit Milo besprechen wollte.
Nicht mit deinen nassen Schneepfoten an mir hochspringen. Meine Klamotten werden ja nass und schmutzig.“ Ben war dabei, den Kofferraum zu öffnen, während ich ihn von hinten ansprang.
Spießer! Mehr sagte ich nicht, sprang aber trotzdem erneut an meinem Herrchen hoch.
Okay. Du hast es ja nicht anders gewollt.“ Bevor ich reagieren konnte, hatte Ben mich gepackt und seitlich in den Schnee gedreht. Mit der einen Hand versuchte er mich zu halten, während er mich mit der anderen mit Schnee bewarf.
Zunächst zeigte ich keine Reaktion. Mein Herrchen hatte mich mit seinem Tun überrumpelt und so dafür gesorgt, dass ich es mir gefallen ließ. Doch so blieb es nicht lange!
Mit einer schnellen Drehung löste ich mich aus Bens Umklammerung und lief um ihn herum. Dann schlug ich einen Haken und sprang auf meinen Lieblingsmenschen, der sich noch immer auf dem schneebedeckten Boden befand. Meine Vorderpfoten hatte ich gegen seine Brust gestemmt, während ich meine kleine Hundeschnauze in die Richtung seines Gesichts schob. Mein Ziel war Bens Nase. Ich wollte hineinbeißen und mich auf diese Art rächen. Natürlich nicht doll, sondern lediglich an ihr knabbern. Leider schaffte ich es nicht. Mein Herrchen war zu stark und schob mich immer wieder zurück.
Okay. Dann halt anders. Ich hüpfte von Ben runter und tat so, als würde ich das Spiel beenden wollen.
Noch war mein Herrchen nicht aufgestanden. Nein, er saß in der Hocke und sah mich erstaunt an. Ganz sicher war er verwundert darüber, dass ich freiwillig auf das Toben verzichtete.
Keinen Meter war Ben von mir entfernt, und dieser Abstand zwischen uns passte haargenau zu meinem Plan.
Rache ist süß! Bereits während meiner Gedanken drehte ich mich um und streckte mein Hinterteil in Bens Richtung.
Was wird das denn? Gibst du etwa auf?“
Warte ab. Jetzt begann ich mit der Bewegung, die ich sonst nur machte, wenn ich am Strand ein Loch in den Sand buddelte. Doch hier im Schnee musste es auch funktionieren.
Nach einigen schnellen Buddelbewegungen mit meinen Vorderpfoten warf ich einen Blick über meine Schulter.
Yeah! Es hat funktioniert. Ich freute mich wie ein Lausbub über meine gelungene Aktion. Ben war voller Schnee und gerade dabei, sich eine Menge davon aus dem Gesicht und den Haaren zu wischen.
Du bist schon ein raffinierter, kleiner Kerl. Ich muss zugeben, dass dir die Rache perfekt gelungen ist. Glückwunsch, mein Kleiner.“ Stolz sah ich mein Herrchen an.
Danke. Können wir jetzt rein? Ich möchte zu Milo.
Komm, Jake, lass uns rein. Nein, warte noch kurz.“ Schnell ging Ben zum Kofferraum und nahm einige Taschen heraus. Dass es sich um Hundefutter handelte, erkannte ich sofort. Auch heute wollte mein Herrchen wieder etwas Gutes tun. Allerdings war ich etwas überrascht darüber, dass sich doch etwas im Kofferraum befand. Immerhin hatte ich vorhin nichts gesehen. Aber darum ging es jetzt nicht. Wichtig war ausschließlich Bens Geste, und genau das wollte ich ihm jetzt auch sagen.
Du bist toll. Auch wenn ich keine Antwort bekam, wusste ich, dass mich mein Herrchen verstanden hatte.

Weihnachtswunder kann man übrigens auch lesen :-)
Als Taschenbuch direkt über mich ...und hier als E-Book:



Samstag, 16. Dezember 2017

16.12.2017 A little Weihnachtsgedicht

Nur mal so ;-)


When the snow falls wunderbar,
and the children happy are.
When the Glatteis on the street,
and we all a Glühwein need.
Then you know, es ist soweit.
she is here, the Weihnachtszeit.

Every Parkhaus is besetzt,
weil die people fahren jetzt.
All to Kaufhof, Mediamarkt,
kriegen nearly Herzinfarkt.
Shopping hirnverbrannte things,
and the Christmasglocke rings.

Mother in the kitchen bakes,
Schoko-, Nuss- and Mandelkeks.
Daddy in the Nebenraum,
schmücks a Riesen-Weihnachtsbaum.
He is hanging off the balls,
then he from the Leiter falls.

Finaly the Kinderlein,
to the Zimmer kommen rein.
And it sings the family
schauerlich: "Oh, Chistmastree!"
And then jeder in the house,
is packing the Geschenke aus.

Mama finds unter the Tanne,
eine brandnew Teflon-Pfanne.
Papa gets a Schlips and Socken,
everybody does frohlocken.
President speaks in TV,
all around is Harmonie.
Bis mother in the kitchen runs,
im Ofen burns the Weihnachtsgans.
And so comes die Feuerwehr,
with Tatü, tata daher.
And they bring a long, long Schlauch,
and a long, long Leiter auch.
And they schrei - "Wasser marsch!",
Christmas now is in the Eimer.

Merry Christmas, merry Christmas,
Hear the music, see the lights,
Frohe Weihnacht, Frohe Weihnacht,
Merry Christmas allerseits!


Weihnachtswunder kann man übrigens auch lesen :-)
Als Taschenbuch direkt über mich ...und hier als E-Book:



Freitag, 15. Dezember 2017

15.12.2017 Lust auf eine Geschichte?

In einer großen Stadt lebte einmal ein reicher Kaufmann. Er hatte eine Frau und einen Sohn von 10 Jahren. Dieser hieß Konrad. Er war ein schöner Knabe aber sein Herz war stolz und hochmütig. Der reiche Kaufmann bedachte seine Familie mit vielen Geschenken. Vor allem Konrad wurde wie ein Prinz verwöhnt. Besonders zu Weihnachten bekam er zahlreiche Gaben. Doch war er den meisten nach kurzer Zeit bereits überdrüssig. Trotzdem wollte er nichts an andere Kinder verschenken. So wurde er immer eigensüchtiger.
Konrad aber wusste nichts von der Armut anderer Kinder, welche in seiner Stadt lebten. Er kannte nicht die kleine Lisbeth, welche seit ihrer Geburt krank war und zumeist das Bett hüten musste. Auch Peter, der Sohn des Lumpensammlers, war ihm fremd. Der arme Knabe half seinem Vater fleißig bei der Arbeit. Trotzdem gab es oft Prügel und Peter musste meist hungrig einschlafen. Dem kleinen Amadeus waren Mutter und Vater gestorben. So lebte er nun bei seiner Großmutter. Die alte Frau nähte bei Tag und Nacht um ihren Enkel und sich wenigstens notdürftig ernähren zu können.
Von all dem hatte Konrad keine Ahnung. Als wieder einmal das Weihnachtsfest gekommen war, lagen viele Geschenke für den Jungen unterm Weihnachtsbaum. Darunter befanden sich ein Nussknacker, zehn Zinnsoldaten und ein Gesangsbuch mit herrlichen Bildern. Doch dem Knaben missfielen diese Dinge.
„Ach, wie hässlich ist dieser Nussknacker!“, rief er aus, „und erst diese grässlichen Zinnsoldaten! Pfui!“
Das Gesangsbuch warf er in die Ecke.
„Was soll ich mit so einem langweiligen Buch!“, zeterte er.
Der Kaufmann wurde wütend.
„Du undankbares Kind!“, rief er böse, „Du gehst jetzt sofort auf Dein Zimmer! Was gäben andere Kinder für all diese Geschenke! Geh zu Bett, ich will Dich heute nicht mehr sehen!“
Konrad stampfte wütend mit dem Fuß auf die Erde und rannte hinauf in sein Zimmer. Er weinte aus Wut und Trotz. Hastig zog er sich um und schlüpfte in sein Bett.
Es war kurz vor Mitternacht, als Konrad erwachte. Erschrocken sah er sich im Raum um, denn er war nicht mehr allein im Zimmer. Da saß auf der Fensterbank ein Junge, der wohl im gleichen Alter wie er sein mochte.
„Wer bist Du?“, rief Konrad beklommen, „und wie kommst Du in mein Zimmer?“
Der Junge auf der Fensterbank blickte Konrad lange an.
„Ich bin ein Engel“, sprach er, „schon lange beobachte ich Dich. Du bist heute Abend wieder sehr undankbar gegenüber Deinen Eltern gewesen!“
„Was geht’s Dich an?“, zischte Konrad böse.
„Du hast keine Ahnung von dem Elend anderer Kinder“, sprach da der Engel, „nur deshalb bist Du hartherzig und verwöhnt. Doch ich werde Dir heute Nacht etwas zeigen!“
Damit ging er zu Konrads Bett und nahm ihn im Handumdrehen auf seine Schultern.
„Und nun halte Dich gut fest“, sprach der Engel.
Da flog er mit Konrad zum Fenster und in die Nacht hinaus. Hui, wie pfiff der Wind den Beiden um die Ohren! Die Lichter der großen Stadt glänzten zu ihnen herauf. Der Engel flog mit Konrad zu dem Häuschen, in welchem das Waisenkind Amadeus mit seiner Großmutter wohnte. Obwohl es schon sehr spät war, nähte die alte Frau noch in der Stube. Der Engel betrat mit Konrad nun die kleine Kammer, in welcher Amadeus schlief. Der Knabe war sehr mager und blass. Dennoch umspielte ein Lächeln die Züge des Jungen. Da hob der Engel einen Arm und plötzlich hielt er Konrads Nussknacker in der Hand. Er legte diesen auf Amadeus‘ Bett.
„He, das ist meiner“, rief Konrad empört.
„Dir hat er nicht gefallen“, sprach da der Engel, „aber für den kleinen Amadeus wird es das schönste Geschenk seines Lebens sein. Und nun werde ich ihn aufwecken“.
„Er wird erschrecken, wenn er uns sieht“, meinte Konrad.
„Nein, er kann uns nicht sehen“, meinte der Engel, „nur den Nussknacker wird er wahrnehmen“.
Damit strich er dem kleinen Amadeus sanft übers Haar. Als der Junge erwachte, sah er neben sich den schönen Nussknacker liegen.
„Großmutter! Großmutter!“, rief der Junge, „schau‘ doch was ich hier habe!“
Und als die Großmutter in die kleine Kammer trat, sah sie ihren seligen Enkel, welcher fest seinen Nussknacker im Arm hielt. Da faltete sie nur stumm die Hände…
Nun flog der Engel mit Konrad zur kleinen Lisbeth. Das kranke Mädchen hatte sehr unruhig geschlafen und die Mutter wachte schon lange an ihrem Bett. Nun war sie erschöpft eingeschlafen. Der Engel legte dem Mädchen das Gesangsbuch mit den schönen Bildern auf ihr Lager. Dann weckte er die kleine Kranke ebenfalls sanft auf. Als Lisbeth erwachte und das schöne Buch sah, musste sie weinen. Ihre Mutter erwachte, und als sie ihr Kind weinend mit dem Buch im Arm sah, sagte sie nur leise :“Es geschehen noch Wunder…“
Dann umarmte sie ihr Kind und sang ihm das Lied „Stille Nacht, heilige Nacht“ aus dem Buche vor.
Konrad war es warm ums Herz geworden. Am liebsten hätte er die kleine Lisbeth auch umarmt. Statt dessen sagte er leise und beschämt zum Engel: „Die Zinnsoldaten sollten wir jetzt aber auch noch verschenken“.
Da lächelte der Engel und sie flogen zu Peter, dem Sohn des Lumpensammlers. Auch dieser freute sich so sehr über das Geschenk, dass er den Vater aufweckte.
„Vater! Sieh‘ doch! So schöne Zinnsoldaten!“. Und der rauhe Mann nahm seinen Sohn in die Arme und sprach zum ersten Mal seit langem ein Gebet.
Danach flog der Engel mit Konrad zurück. Als der Knabe wieder in seinem Zimmer war, musste er weinen. Er umarmte den Engel.
„Ich danke Dir für alles!“, schluchzte er, „ich habe nie gewusst, wie gut ich es habe!“
Da küsste der Engel Konrads Stirn.
„Kommst Du nächstes Jahr wieder zu mir?“, fragte Konrad zaghaft, „ach, bitte!“
Da sprach der Engel: „Das kann ich nicht. Du hast ein gutes Herz, doch ich musste es Dir erst zeigen. Meine Aufgabe ist damit erfüllt. Doch eines Tages, wenn auch Du in den Himmel kommst, werden wir uns bestimmt wieder sehen“.
Fortan war Konrad gütig, hilfsbereit und mitfühlend. Und er dachte sehr oft an „seinen“ Engel. Irgendwann würden sie sich gewiss wieder begegnen…
Weihnachtswunder kann man übrigens auch lesen :-)
Als Taschenbuch direkt über mich ...und hier als E-Book:




Donnerstag, 14. Dezember 2017

14.12.2017

Das Mädchen mit den Schwefelhölzern


Es war fürchterlich kalt; es schneite und begann dunkler Abend zu werden, es war der letzte Abend im Jahre, Neujahrsabend! In dieser Kälte und in dieser Finsternis ging ein kleines, armes Mädchen mit blossem Kopfe und nackten Füssen auf der Strasse. Sie hatte freilich Pantoffeln gehabt, als sie vom Hause wegging, aber was half das! Es waren sehr grosse Pantoffeln, ihre Mutter hatte sie zuletzt getragen, so gross waren sie, diese verlor die Kleine, als sie sich beeilte, über die Strasse zu gelangen, indem zwei Wagen gewaltig schnell daher jagten. Der eine Pantoffel war nicht wieder zu finden und mit dem andern lief ein Knabe davon, der sagte, er könne ihn als Wiege benutzen, wenn er selbst einmal Kinder bekomme.

Da ging nun das arme Mädchen auf den blossen, kleinen Füssen, die ganz rot und blau vor Kälte waren. In einer alten Schürze hielt sie eine Menge Schwefelhölzer und ein Bund trug sie in der Hand. Niemand hatte ihr während des ganzen Tages etwas abgekauft, niemand hatte ihr auch nur einen Dreier geschenkt; hungrig und halberfroren schlich sie einher und sah sehr gedrückt aus, die arme Kleine! Die Schneeflocken fielen in ihr langes, gelbes Haar, welches sich schön über den Hals lockte, aber an Pracht dachte sie freilich nicht.

In einem Winkel zwischen zwei Häusern - das eine sprang etwas weiter in die Strasse vor, als das andere - da setzte sie sich und kauerte sich zusammen. Die kleinen Füsse hatte sie fest angezogen, aber es fror sie noch mehr, und sie wagte nicht nach Hause zu gehen, denn sie hatte ja keine Schwefelhölzer verkauft, nicht einen einzigen Dreier erhalten. Ihr Vater würde sie schlagen, und kalt war es daheim auch, sie hatten nur das Dach gerade über sich und da pfiff der Wind herein, obgleich Stroh und Lappen zwischen den grössten Spalten gestopft waren. Ihre kleinen Hände waren vor Kälte fast ganz erstarrt.

Ach! ein Schwefelhölchen könnte gewiss recht gut tun; wenn sie nur wagen dürfte, eins aus dem Bunde herauszuziehen, es gegen die Wand zu streichen, und die Finger daran zu wärmen. Sie zog eins heraus,

"Ritsch!"

Wie sprühte es, wie brannte es! Es gab eine warme, helle Flamme, wie ein kleines Licht, als sie die Hand darum hielt, es war ein wunderbares Licht! Es kam dem kleinen Mädchen vor, als sitze sie vor einem grossen eisernen Ofen mit Messingfüssen und einem messingenem Aufsatz; das Feuer brannte ganz herrlich darin und wärmte schön! - Die Kleine streckte schon die Füsse aus, um auch diese zu wärmen -- da erlosch die Flamme, der Ofen verschwand - sie sass mit einem kleinen Stumpf des ausgebrannten Schwefelholzes in der Hand.

Ein neues wurde angestrichen, es brannte, es leuchtete, und wo der Schein desselben auf die Mauer fiel, wurde diese durchsichtig wie ein Flor. Sie sah gerade in das Zimmer hinein, wo der Tisch mit einem glänzend weissen Tischtuch und mit feinem Porzellan gedeckt stand, und herrlich dampfte eine mit Pflaumen und Äpfeln gefüllte, gebratene Gans darauf! Und was noch prächtiger war, die Gans sprang von der Schüssel herab, watschelte auf dem Fussboden hin mit Gabel und Messer im Rücken, gerade auf das arme Mädchen kam sie zu. Da erlosch das Schwefelholz, und nur die dicke, kalte Mauer war zu sehen.

Sie zündete ein neues an. Da sass sie unter dem schönsten Weihnachtsbaume. Der war noch grösser und aufgeputzer als der, welchen sie zu Weihnachten durch die Glastüre bei dem reichen Kaufmanne erblickt hatte. Viel tausend Lichter brannten auf den grünen Zweigen und bunte Bilder, wie die, welche die Ladenfenster schmückten, schauten zu ihr herab. Die Kleine streckte die beiden Hände in die Höh' - da erlosch das Schwefelholz; Die vielen Weihnachtslichter stiegen höher und immer höher, nun sah sie, dass es die klaren Sterne am Himmel waren, einer davon fiel herab und machte einen langen Feuerstreifen am Himmel.

"Nun stirbt jemand!" sagte die Kleine, denn ihre alte Grossmutter, welche die einzige war, die sie lieb gehabt hatte, die jetzt aber tot war, hatte gesagt: "Wenn ein Stern fällt, so steigt eine Seele zu Gott empor."

Sie strich wieder ein Schwefelholz gegen die Mauer, es leuchtete ringsumher, und im Glanze desselben stand die alte Grossmutter, glänzend, mild und lieblich da.

"Grossmutter!" rief die Kleine. "O, nimm mich mit! Ich weiss, dass du auch gehst, wenn das Schwefelholz ausgeht; gleichwie der warme Ofen, der schöne Gänsebraten und der grosse, herrliche Weihnachtsbaum!"
Sie strich eiligst den ganzen Rest der Schwefelhölzer, welche noch im Bunde waren, sie wollte die Grossmutter recht festhalten; und die Schwefelhölzer leuchteten mit solchem Glanz, dass es heller war, als am lichten Tage. Die Grossmutter war nie so schön, so gross gewesen; sie hob das kleine Mädchen auf ihren Arm, und in Glanz und Freude flogen sie in die Höhe, und da fühlte sie keine Kälte, keinen Hunger, keine Furcht - sie waren bei Gott!

Aber im Winkel am Hause sass in der kalten Morgenstunde das kleine Mädchen mit roten Wangen, mit lächelndem Munde - tot, erfroren am letzten Abend des alten Jahres. Der Neujahrsmorgen ging über die kleine Leiche auf, welche mit Schwefelhölzern da sass, wovon ein Bund fast verbrannt war. Sie hat sich wärmen wollen, sagte man. Niemand wusste, was sie Schönes erblickt hatte, in welchem Glanze sie mit der alten Grossmutter zur Neujahrsfreude eingegangen war!

(Hans Christian Andersen 1805-1875, dänischer Schriftsteller, Dichter)



Weihnachtswunder kann man übrigens auch lesen :-)
Als Taschenbuch direkt über mich ...und hier als E-Book:



Mittwoch, 13. Dezember 2017

13.12.2017

Das Wunder von Sylt

-Teilstück aus Kapitel 8-

Nikolaustag

Kaputt vom Toben hatten wir den Rückweg angetreten und standen bereits vor unserer Wohnungstür, als Ben mich fragend ansah.
Ich habe den Schlüssel nicht. Wie auch? Immerhin besitze ich keine Taschen. Irritiert sah ich mein Herrchen an, der er keine Anstalten machte, den Schlüssel aus der Tasche zu nehmen, um die Tür zu öffnen. Hatte er ihn etwa verloren?
Ob der Nikolaus dir wohl was in die Stiefel gesteckt hat? Oder gab es eine Rute für dich? Was glaubst du, mein kleiner Jake?“
Hä? Wer zum Henker ist Nikolaus? Was wollte Ben von mir? Sollte es mal wieder einer seiner blöden Witze sein?
Sag schon. Was glaubst du? Wenn du die linke Pfote hebst, tippst du auf Stiefel und bei der rechten vermutest du eine Rute.“ Erwartungsvoll wurde ich angesehen.
Ich tippe hier gar nix. Zumindest nicht, bis ich weiß, was es mit diesem Typen auf sich hat, der allem Anschein nach in unserer Wohnung gewesen ist. Woher weißt du das eigentlich? Oder hat dieser Nikodingsbums etwa den Haustürschlüssel? Das wäre jetzt echt ein Eigentor, da wir hier im Treppenhaus bleiben müssten.
Leider juckte es in diesem Augenblick an meinem Auge. Schnell hob ich meine linke Pfote und wischte mir über das Gesicht.
Ein Stiefel. Du glaubst also, dass du so artig gewesen bist, dass dir der Nikolaus etwas in den Stiefel gesteckt hat. Dann wollen wir doch mal nachsehen. Ich bin gespannt und du sicherlich auch.“ Erst jetzt griff mein Herrchen nach dem Schlüssel und öffnete die Wohnungstür.
Was für ein Stiefel? Wie kommst du darauf, dass ich an den Stiefel glaube? Verwundert sah ich meinen Lieblingsmenschen an. Allerdings war ich froh darüber, dass der Typ nicht unseren Schlüssel hatte und wir endlich in die Wohnung konnten.
Ich wusste übrigens, dass du die linke Pfote heben wirst.“
Du wusstest was? Erst jetzt kapierte ich, wie Ben auf den Stiefel gekommen war. Schnell versuchte ich, es ihm zu erklären.
Ich habe mich doch lediglich gekratzt. Es hat mich einfach gejuckt! Das hatte nichts mit diesem rechte Pfote, linke Pfote zu tun. Rein gar nichts!
Wie verwundert du guckst. Total süß. Du bist garantiert super neugierig. Nein, nicht nur neugierig, sondern auch gespannt.“ Ben betrat die Wohnung, während ich noch immer auf der Fußmatte stand. Allerdings kopfschüttelnd, da mein Herrchen mal wieder total auf dem falschen Dampfer war.
Was genau ist eigentlich der Unterschied zwischen neugierig und gespannt? Auch, wenn mir klar war, dass ich jetzt keine Antwort bekam, stellte ich diese rhetorische Frage an mich selbst.
Ben war längst im Wohnzimmer verschwunden und konnte daher nicht antworten.

Schau mal, Jake. Du hattest recht. Der Nikolaus hat dir tatsächlich einen Stiefel gebracht. Was da wohl drin ist?“ Noch immer sah ich Ben lediglich von hinten. Allerdings wusste ich, dass es sich gleich ändern würde. So, wie ich mein Herrchen kannte, würde er sich jetzt umdrehen und hinhocken.
Komm schnell her und schau es dir an. Das kann doch wohl nicht wahr sein.“ Mit ausgebreiteten Armen hockte mein Herrchen im Wohnzimmer und sah mich an.
Du bist so herrlich berechenbar. Ich grinste, machte mich allerdings auf den Weg, da nun doch eine gewisse Neugier in mir aufstieg.
An Bens ausgebreiteten Armen lief ich einfach vorbei. Kuscheln konnten wir auch gleich noch. Zunächst aber wollte ich herausfinden, was sich hinter dem Rücken meines Herrchens befand.
Hey, du Räuber. Ignorierst du mich einfach? Frechheit.“
Klar hatte ich die Worte meines Herrchens gehört. Nein, nicht nur gehört, sondern auch verstanden. Trotzdem zeigte ich keine Reaktion, da ich vor der Balkontür etwas entdeckt hatte. Langsam und Schritt für Schritt näherte ich mich dem mir unbekannten Teil.
Hast du Angst vor dem Stiefel?“
Quatsch. Warum sollte ich? Immerhin waren mir Stiefel nicht unbekannt. Auch, wenn ich bisher noch nie einen roten Stiefel gesehen hatte. Zumindest keinen in einer solch knalligen Farbe und auch keinen, der oben am Schaft mit Schnee verziert war.
Viel mehr als der Stiefel interessierte mich allerdings etwas anderes. Wo war dieser Nikolaus hin? Hatte er sich hier in unseren vier Wänden versteckt? Und überhaupt, wie war der Kerl in unsere Wohnung gekommen? Meine Idee mit dem Schlüssel hatte sich ja zerschlagen.
Die Balkontür hatte ich bereits untersucht. Allerdings war sie verschlossen, und Einbruchsspuren konnte ich auch nicht erkennen. Fragend wollte ich mich gerade auf den Weg zurück zur Wohnungstür machen und diese untersuchen, als Ben mich rief.
Komm zu mir, mein Kleiner. Wenn du Schiss vor dem Nikolausstiefel hast, gehen wir zusammen hin und sehen ihn uns an.“
Schiss? Vor einem Stiefel? Warum sollte ich? Ich habe gerade einfach etwas Wichtigeres zu tun. Irgendwie muss dieser Nikolaus doch hier rein gekommen sein. Sag mal, warum interessiert es dich eigentlich nicht, wie er es geschafft hat? Weshalb hast du kein Interesse an der Sicherheitslücke unserer Wohnung? Ich konnte Bens Desinteresse nicht nachvollziehen. Anstatt seinem Wunsch zu folgen, führte mich mein Weg weiter zur Tür.
Doch auch an unserer Wohnungstür konnte ich keine Einbruchsspuren feststellen. Es roch auch nicht nach einer fremden Person. Irgendetwas stimmte hier nicht. Wie zum Donnerwetter war der Typ hier reingekommen, und warum konnte ich nichts von ihm erschnüffeln? Langsam trotte ich zurück zu meinem Herrchen und sah ihn mit neugierigen Hundeaugen an.
Wunderst du dich etwa, warum der Nikolaus einen Stiefel dagelassen hat. Das musst du nicht. Heute ist doch …“ Die folgenden Worte bekam ich nicht mehr mit.
Wunderst du dich etwa, warum der Nikolaus einen Stiefel dagelassen hat? Bens Frage kreiste erneut durch meinen Kopf und sorgte dafür, dass ich endlich eine Lösung für mein Problem hatte.
Wenn dieser Niko seinen Stiefel hier stehen gelassen hat, kann ich doch seine Spur aufnehmen. So kann ich erkennen, von wo aus er bei uns eingedrungen ist. Wenn wir wollen, können wir sogar seine Verfolgung aufnehmen. Stolz über meine Idee, die fast schon eine Art Vorschlag geworden war, sah ich zu meinem Herrchen. Allerdings nur kurz, da ich mich direkt im Anschluss auf den Weg zum Stiefel machte. Direkt am Schuh musste es eine Duftnote von dem Kerl geben. Wahrscheinlich hatte ich sie eben einfach nur übersehen.

Weihnachtswunder kann man übrigens auch lesen :-)
Als Taschenbuch direkt über mich ...und hier als E-Book:



Dienstag, 12. Dezember 2017

12.12.2017

Das Wunder von Sylt

-Teilstück aus Kapitel 7-

Flocken fangen

Nachdem Ben die Haustür geöffnet hatte, wehten uns diese weißen Schneedinger direkt ins Gesicht. Nass waren sie, und ich war verwundert darüber, da ich sie mir warm und weich vorgestellt hatte. Ja, so sahen sie aus, als ich sie eben vom Fenster aus betrachtet hatte.
Erschrocken ging ich ein paar Schritte rückwärts. Zurück ins Treppenhaus, wo es trocken und ich sicher war.
Komm schon, du Nase. Lass uns im Schnee toben. Es schneit wie irre, das müssen wir ausnutzen!“
Langsam kam ich aus dem Treppenhaus heraus und sah mir den Schnee etwas genauer an. Irgendetwas musste an dem kalten und nassen Kram ja besonders sein. Immerhin war mein Herrchen vor Freude total aus dem Häuschen. Also im doppelten Sinne aus dem Häuschen, da er mit ausgebreiteten Armen auf dem Fußweg stand und dabei in den Himmel sah.
Ob ich wohl auch … Schon während meiner Gedanken ging mein Blick nach oben.
Siehst du. Was du kannst, kann ich schon lange. Nebeneinanderstehend blickten wir in den Himmel. Unendlich viele Wattebäuschchen ähnliche Schneedinger fielen auf uns herab, und ich musste mir eingestehen, dass es tatsächlich lustig war. Die Nässe und Kälte von den Teilen hatte ich längst vergessen.
Zumindest so lange, bis mir ein riesiges Schneeteil direkt auf die Nase fiel und ich niesen musste. Als mir die Schneedingsbumsteilchen dann auch noch auf die Augen klatschten und ich nichts mehr sehen konnte, war meine Freude am Schnee verschwunden. Wasser in den Augen war sowieso doof. Aber wenn es zunächst dank der Schneedingsteile dunkel wird und einem anschließend das Wasser in die Augen läuft, hat es echt nichts mehr mit Spaß zu tun. Schnell lief ich zur leider inzwischen verschlossenen Hauseingangstür und stellte mich unter das Vordach.
Nun komm schon, Jake. Sei keine Spaßbremse.“
Nö. Ich bleib hier. Wäre es mir möglich gewesen, hätte ich zur Bekräftigung der Worte meine Vorderbeine vor der Brust verschränkt.
Seit wann bist du eigentlich ein solches Weichei? Dann wartest du halt hier auf mich, und ich gehe alleine an den Strand.“
Vom Strand ist doch sowieso nix zu sehen. Das blöde Schneezeugs liegt doch auf dem Sand. Ich begriff nicht, was mein Herrchen am Strand wollte und war mir sicher, dass ich hier unter dem Vordach auf Ben warten würde.
Ich mache mich dann mal auf den Weg. Übrigens, kleiner Mann, ich hatte recht damit, dass es nach Schnee gerochen hat.“ Ben lachte.
Na ja, gerochen hat zwar nix. Aber zugegebenermaßen schneit es. Also hattest du wohl irgendwie recht.

Ich sah Ben dabei zu, wie er zunächst die Straße überquerte und jetzt dabei war, sich noch weiter von mir zu entfernen. Ihn zu finden würde mir nicht schwerfallen, da ich seine Fußabdrücke deutlich im Schnee erkennen konnte. Allerdings wollte ich ihn auch gar nicht finden.
Warum sollte ich es tun? Dann müsste ich ja meinen einigermaßen trockenen Platz aufgeben. Dachte ich und sah im selben Moment, wie mein Herrchen hinter einer Ecke verschwand.
Hey, du gehst ja wirklich. Lass mich hier nicht alleine hocken. Es ist nass und kalt. Außerdem fallen immer größere Schneedinger vom Himmel. Ben, nimm mich mit. Ich war inzwischen bis zum Bordstein gelaufen. Weiter durfte ich nicht gehen, da ich die Straße auf keinen Fall alleine überqueren durfte.
Aber jetzt ist ein Notfall! Mist, was soll ich nur machen? Brav, trotzdem unruhig, saß ich mit meinem kleinen Hintern im Schnee und sah dorthin, wo mein Herrchen eben verschwunden war.
Okay. Komm, Jake.“ Aus dem Nichts hörte ich diese drei Worte. Auch, wenn ich zunächst erschrak, stieg sofort eine riesige Freude in mir auf. Sehen konnte ich mein Herrchen zwar nicht, allerdings gab es keinerlei Zweifel daran, dass es seine Stimme war, die meinen Namen gerufen hatte. Die diesen typischen Befehl ausgerufen hatte, mit dem Ben mir immer erlaubte, loszulaufen.
Als ich die andere Straßenseite erreicht hatte und gerade mit der Verfolgung von Ben starten wollte, stand er plötzlich vor mir. Der blöde Kerl hatte sich hinter einer Ecke versteckt und mich ganz bestimmt die ganze Zeit beobachtet. Klar hatte er! Die Straße hatte Ben schließlich auch im Blick gehabt, da er ansonsten niemals den Befehl zum Überqueren gegeben hätte.

Mein Herrchen hatte mich mal wieder reingelegt. Allerdings war es mir wurscht, da ich mich einfach darüber freute, wieder bei ihm zu sein und zusammen mit ihm durch das nasse und kalte Zeug zu laufen.

Weihnachtswunder kann man übrigens auch lesen :-)
Als Taschenbuch direkt über mich ...und hier als E-Book:



Montag, 11. Dezember 2017

11.12.2017

Das Wunder von Sylt

-Teilstück aus Kapitel 6-

Schnee


Heute Morgen wurde ich von meinem eigenen Jaulen geweckt. Zumindest jaulte ich im Traum und wusste auch ganz genau, warum.
Mir war meine Schwester begegnet, und das Schreckliche daran war, dass sie nichts mehr von mir wissen wollte.
Hier auf Sylt war es. Unten am Strand, direkt vor den großen Tetrapoden. Silly lief mit ihren Menschen an der Wasserkante entlang und würdigte mich keines Blickes. Zunächst hatte ich noch geglaubt, dass meine Schwester mich einfach nicht gesehen hatte und so lief ich zu ihr. Doch was dann geschah, war nicht einfach nur gemein. Nein, es war grausam!
Silly. Hey, Silly, ich habe dich so sehr vermisst! Ich war zu meiner Schwester gelaufen und stand schwanzwedelnd vor ihr, während ich diese Worte sprach. Mein Herz schlug vor Glück in einer hohen Frequenz und mir kullerten Freudentränen über die kleine Hundeschnauze.
Ich hatte meine Silly zurück. Meine Schwester, die ich über alles liebte, und die mir sehr fehlte, obwohl ich mit Ben das große Los gezogen hatte.
Igittigitt. Ein Straßenhund. Komm weg da, Cassandra, mit solchen verlausten Tieren spielst du nicht.“ Das Frauchen meiner Schwester richtete die rosa Schleife auf Sillys Kopf und hob meine Schwester anschließend auf ihren Arm.
Cassandra? Du heißt doch Silly. Erkennst du mich nicht? Flehend sah ich zu meiner Schwester, die mich jedoch noch immer ignorierte.
Ich bin es doch. Erkennst du mich wirklich nicht? Ich bin dein Bruder. Jake ist mein Name. Nein, Archie! Ich war vollkommen durcheinander und versuchte alles, um meiner Schwester zu erklären, wer ich war.
Verpiss dich. Ruiniere mir nicht mein Leben. Mit dir will ich nichts mehr zu tun haben. Zischend presste meine Schwester ihre Sätze über die Lippen. Nur kurz glaubte ich, dass ich mich verhört hatte. Doch ihr Gesichtsausdruck bestätigte das, was ich verstanden hatte.
Erschrocken und enttäuscht lief ich davon. Quer über den Strand führte mich mein Weg. Erst, als ich oben an den Tetrapoden angekommen war, hörte ich auf zu laufen und verkroch mich in einer der Höhlen, die mir damals schon Schutz geboten hatten. Kurz nach meiner Ankunft auf Sylt war es gewesen, als ich vor Angst aus der Stadt fortgelaufen war und ich hier einen sicheren Rückzugsort gefunden hatte.
Weit unter den Tetrapoden ließ ich meine Enttäuschung über Silly raus. Ich weinte hemmungslos und begleitete meine Tränen mit einem lauten Jaulen.
Ich tat es so lange, bis ich von meinem eigenen Gejaule wach wurde.

Erstaunt sah ich zu meinem Herrchen. Ben lag seelenruhig in seinem Bett und schlief den Schlaf der Gerechten. War er so müde, dass er mich nicht gehört hatte? Oder gab es mein lautes Jaulen lediglich in meinem Traum? Ich wusste es nicht, und es war mir auch egal.
Die Hauptsache war, dass ich nicht mehr schlief und somit nicht mehr diesen Mist träumen musste.
Erschöpft von meinem fiesen Albtraum lag ich auf meinem Kissen und sah durch den Spalt der Vorhänge. Fette Wolken hingen am Himmel, und auf den ersten Blick sah es so aus, als würde es regnen.
Was für ein mieses Wetter. Na ja, was wundere ich mich darüber? Es passte perfekt zu meinem Traum. Auch, wenn ich wusste, dass meine Schwester niemals so reagieren würde, nahm mich mein Albtraum noch immer mit.
Auch heute hatte ich keine Erklärung dafür, weshalb mir Silly seit einigen Tagen so sehr fehlte.
Das ist doch kein Regen! Bereits während meines Gedankens war ich aufgesprungen und zum Fenster gelaufen. Leider konnte ich hier am Balkonfenster nicht so viel sehen, wie ich es mir gewünscht hatte. Enttäuscht versuchte ich, die Vorhänge etwas weiter zu öffnen, was mir jedoch nicht wirklich gut lang. Dann schoss mir eine Idee durch den Kopf.
Die Balkontür. Von dort müsste ich alles sehr viel besser erkennen. Schnell machte ich mich auf den Weg ins Wohnzimmer und hielt irritiert vor der Tür inne.
Was war das denn? Ich sah undefinierbare Fitzelchen an unserem Balkon vorbei fliegen.
Watte. Es konnten nur Wattebäuschchen sein. Solche Dinger hatten wir neulich beim Einkaufen gesehen, und ich war verwundert darüber, wofür die Teile gut sein sollten. Vielleicht hatte der Typ über uns welche gekauft und schmiss sie jetzt vom Balkon. Doch warum sollte er es tun? Außerdem waren es viel zu viele.
Oder waren es kleine Federn? Ja, so sahen die Teilchen fast aus. Weiße Federn, und zwar solche, die sich auch in Bens Kopfkissen befanden.

Weihnachtswunder kann man übrigens auch lesen :-)
Als Taschenbuch direkt über mich ...und hier als E-Book: